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Eine 10-kWp-Anlage bringt 2026 je nach Stromverbrauch 847 bis 1.903 Euro im Jahr. Der Ratgeber zeigt, wovon die Rendite abhängt und für wen sie sich nicht lohnt.
Ja. Für die meisten Einfamilienhäuser lohnt sich eine Photovoltaikanlage auch 2026, allerdings aus einem anderen Grund als vor fünf Jahren. Getragen wird die Rechnung heute vom selbst verbrauchten Strom, nicht mehr von der Einspeisevergütung.
Eine 10-kWp-Anlage im Landkreis Augsburg erzeugt rund 10.500 Kilowattstunden im Jahr. Je nach Stromverbrauch des Haushalts bleibt davon ein jährlicher Überschuss von 847 bis 1.903 Euro, nachdem alle laufenden Kosten abgezogen sind.

Die wichtigsten Eckwerte im Überblick:
Drei Entwicklungen haben die Rechnung verändert: die halbjährlich sinkende Einspeisevergütung, Stunden mit negativen Börsenpreisen und der Kabinettsentwurf zur EEG-Novelle.
Die Einspeisevergütung sinkt seit Anfang 2024 alle sechs Monate um rund ein Prozent. Zum 1. August 2026 ist sie auf 7,70 Cent je Kilowattstunde für Anlagen bis 10 kWp bei Teileinspeisung gefallen, bei Volleinspeisung auf 12,22 Cent. Diese Sätze gelten laut Bundesnetzagentur nur noch für Anlagen, die bis zum 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen.
Für Anlagen, die seit dem Solarspitzengesetz vom 25. Februar 2025 in Betrieb gehen, entfällt die Vergütung außerdem in Viertelstunden mit negativen Börsenpreisen, bei Anlagen unter 100 Kilowatt ab dem Jahr nach dem Einbau eines intelligenten Messsystems. Im ersten Halbjahr 2026 gab es knapp 300 Stunden mit negativen Preisen, nach 389 Stunden im Vorjahreszeitraum. Die ausgefallenen Zeiten werden nach einer gesetzlichen Formel an das Ende der Förderdauer angehängt, ein Teil des Geldes kommt also später.

Am 29. Juli 2026 hat das Bundeskabinett den Entwurf zur EEG-Novelle beschlossen. Danach soll die feste Einspeisevergütung ab 1. Januar 2027 für alle neuen Photovoltaikanlagen entfallen. Kleine Anlagen bekämen als Ausgleich eine befristete Übergangszahlung von 5,2 Cent je Kilowattstunde über 36 Monate: bei Inbetriebnahme 2027 für Anlagen unter 50 Kilowatt, 2028 unter 25 Kilowatt, 2029 und 2030 nur noch unter 7 Kilowatt.
Danach bleiben zwei Wege: die Direktvermarktung an der Strombörse, für Anlagen unter 25 Kilowatt mit einem Zuschlag von 1,5 Cent je Kilowattstunde für vier Jahre, oder die Abgabe des Stroms an den Netzbetreiber ohne Vergütung. Zusätzlich soll die Einspeisung neuer Gebäudeanlagen unter 100 Kilowatt am Netzanschluss dauerhaft auf 50 Prozent der Anlagenleistung begrenzt werden, auch mit Smart Meter. Der Eigenverbrauch bleibt davon unberührt.
Stand 14. Oktober 2026 ist das ein Entwurf: Der Bundestag hat ihn am 24. September in erster Lesung beraten, der Ausschuss für Wirtschaft und Energie hat am 5. Oktober Sachverständige angehört, die Abstimmung wurde auf frühestens November verschoben. Danach befasst sich der Bundesrat, außerdem fehlt noch die beihilferechtliche Genehmigung der EU-Kommission. Änderungen im Verfahren sind weiterhin möglich. Für Anlagen, die bis zum 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, ändert sich nach dem Entwurf an Höhe und Dauer der Vergütung nichts.
Eine 10-kWp-Anlage erwirtschaftet 2026 zwischen 847 und 1.903 Euro im Jahr. Den Ausschlag gibt nicht der Anlagenpreis, sondern wie viel des erzeugten Stroms im Haus selbst verbraucht wird.
Drei typische Fälle mit 10 kWp im Landkreis Augsburg:

Gerechnet mit 1.050 Kilowattstunden Ertrag je Kilowattpeak und Jahr, 7,70 Cent Einspeisevergütung, laufenden Kosten von 330 Euro ohne und 380 Euro mit Speicher sowie 35 Cent Strompreis. Den Strompreis setzen wir vorsichtig etwas unter dem BDEW-Mittel von 37,0 Cent an. Eine Strompreissteigerung ist bewusst nicht unterstellt.
Aussagekräftiger als die Amortisationsdauer ist die Frage, woher der Nutzen kommt. Im sparsamen Haushalt ohne Speicher stammen 60 Prozent des jährlichen Nutzens aus der Einspeisevergütung. Im Haushalt mit Wärmepumpe und E-Auto sind es nur 17 Prozent.

Das entscheidet über die Zukunftssicherheit der Investition. Wer 87 Prozent des Ertrags einspeist, ist auf eine Vergütung angewiesen, die nach 20 Jahren endet und für neue Anlagen bereits zur Disposition steht. Wer die Hälfte im Haus behält, ist davon weitgehend unabhängig.
In vier Konstellationen rechnet sich eine Photovoltaikanlage nicht oder erst so spät, dass die Investition kaum sinnvoll ist. Diese Fälle offen zu benennen gehört zu einer belastbaren Beratung.

Nicht auf dieser Liste steht das Ost-West-Dach. Es liefert rund 15 bis 20 Prozent weniger als eine Südausrichtung, verteilt den Ertrag aber gleichmäßiger über den Tag. Für den Eigenverbrauch ist das oft günstiger als ein ausgeprägter Mittagsgipfel.

Je höher der Anteil des selbst verbrauchten Stroms, desto weniger hängt die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage von der Einspeisevergütung ab. Fünf Entscheidungen bei der Planung heben diesen Anteil dauerhaft.

Dahinter steht ein einfacher Gedanke: Eine Photovoltaikanlage ist kein Einzelprodukt, sondern der Einstieg in ein System aus Strom, Wärme und Mobilität. Die Energietechnik Stuhlenmiller plant Anlagen deshalb so, dass Speicher, Ladepunkt und eine spätere Vernetzung möglich bleiben, auch wenn heute nur die Module aufs Dach kommen.
Drei Annahmen schönen fast jede Wirtschaftlichkeitsrechnung: eine unterstellte Strompreissteigerung, weggelassene laufende Kosten und die Annahme, dass sich eingespeister Strom selbst trägt.
Die Strompreissteigerung ist die häufigste. Wer 3 Prozent pro Jahr ansetzt, verkürzt die Amortisation in unseren drei Beispielen rechnerisch um ein bis zweieinhalb Jahre. Wir rechnen mit konstantem Strompreis. Steigt er tatsächlich, wird das Ergebnis besser als angegeben.
Die laufenden Kosten von 280 bis 550 Euro im Jahr fehlen in vielen Angeboten ganz. Wer sie weglässt, rechnet die Amortisationsdauer um zwei bis vier Jahre zu kurz. Dazu gehören Versicherung, Wartung, Messstellenbetrieb und eine Rücklage für den Wechselrichtertausch nach 10 bis 15 Jahren.
Der dritte Punkt ist der unbequemste, und er steht auf kaum einer Vergleichsseite. Die Einspeisevergütung von 7,70 Cent liegt bereits heute unter den Stromgestehungskosten der eigenen Anlage von rund 9 Cent. Rechnerisch ist damit jede eingespeiste Kilowattstunde im Schnitt ein kleines Minusgeschäft. Getragen wird die Anlage vom Eigenverbrauch, bei dem 35 Cent Netzstrom durch 9 Cent eigenen Strom ersetzt werden. Eine Ausnahme sind zusätzliche Module auf einem ohnehin eingerüsteten Dach: Sie erzeugen Strom für unter 4 Cent und rechnen sich auch bei Einspeisung.

Noch deutlicher wird das für Anlagen, die ab 2027 in Betrieb gehen. Wer nach dem Ende der Übergangszahlung in die Direktvermarktung wechselt, bekommt für eingespeisten Strom den Marktwert Solar. Der lag im Januar 2026 bei 11,0 Cent, im April 2026 bei 1,3 Cent je Kilowattstunde. Genau dann, wenn die Sonne am meisten liefert, ist der Strom am wenigsten wert.

Für Dächer im Landkreis Augsburg mit Südausrichtung und 30 Grad Neigung rechnen wir vorsichtig mit 1.050 Kilowattstunden je Kilowattpeak und Jahr. Der Durchschnitt aller Dachanlagen in Deutschland liegt laut Fraunhofer ISE bei rund 920 Kilowattstunden. Eine 10-kWp-Anlage erzeugt hier rund 10.500 Kilowattstunden.

Zeitlich zählt derzeit der 31. Dezember 2026. Wer bis dahin in Betrieb geht, sichert sich die aktuellen 7,70 Cent für das Inbetriebnahmejahr und 20 volle Kalenderjahre. Zwischen Auftrag und fertiger Anlage liegen drei bis sechs Monate, davon bis zu acht Wochen für die Anmeldung beim Netzbetreiber und die Zählersetzung durch den Messstellenbetreiber. Wer erst jetzt im Herbst beauftragt, schafft die Inbetriebnahme bis Jahresende nur noch, wenn Material und Montagetermin sofort verfügbar sind. Wer den Termin verpasst, verliert nicht die Anlage, sondern rechnet mit anderen Zahlen.
Regional entsteht dabei mehr als eine Summe von Einzelanlagen. Je mehr Strom in einer Gemeinde erzeugt und vor Ort verbraucht wird, desto weniger Energie muss über weite Strecken transportiert werden. Speicher, Wärmepumpen und Ladepunkte in der Nachbarschaft machen aus vielen kleinen Anlagen ein belastbares regionales Netz.
Die Energietechnik Stuhlenmiller GmbH & Co. KG mit Sitz in Altenmünster im Landkreis Augsburg baut seit über 30 Jahren Photovoltaikanlagen, plant heute zusätzlich Batteriespeicher, Wärmepumpen, Klimaanlagen und Ladelösungen aus einer Hand und hat dabei mehr als 6.150 Projekte realisiert.
Ja. Ohne Speicher liegt die Investition rund 7.000 Euro niedriger, der Eigenverbrauch deckt etwa 30 Prozent des Haushaltsbedarfs. In sparsamen Haushalten bis etwa 4.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch ist die Anlage ohne Speicher sogar die wirtschaftlichere Lösung. Ein Hybrid-Wechselrichter hält die spätere Nachrüstung offen.
Bestehende Anlagen behalten ihre Vergütung. Der Anspruch gilt für das Jahr der Inbetriebnahme und 20 weitere volle Kalenderjahre, unabhängig von späteren Gesetzesänderungen. Der Kabinettsentwurf zur EEG-Novelle betrifft ausschließlich Anlagen, die ab 1. Januar 2027 in Betrieb gehen.
Die Großhandelspreise für Solarmodule sind 2025 je nach Modulklasse um 4 bis 15 Prozent gefallen und seit Anfang 2026 laut pvXchange-Preisindex um rund 19 bis 27 Prozent gestiegen (Stand September 2026). Die Module machen aber nur rund ein Fünftel der Anlagenkosten aus, über die Hälfte entfällt auf Handwerk und Elektroinstallation. Wer auf sinkende Preise wartet, spart deshalb kaum etwas, riskiert aber den Stichtag 31. Dezember 2026.
Zwischen November und Februar erzeugt eine 10-kWp-Anlage in Bayerisch-Schwaben nur etwa 10 bis 15 Prozent ihres Jahresertrags. Ein Hausspeicher überbrückt Nächte, keine Wochen. Vollständige Autarkie über den Winter ist mit einem Hausspeicher wirtschaftlich nicht darstellbar.
Nach dem Ende der Förderdauer läuft die Anlage weiter, Module leisten dann meist noch 85 bis 92 Prozent ihrer Anfangsleistung. Für den eingespeisten Strom gilt dann die Direktvermarktung, sofern der Gesetzgeber keine Anschlussregelung schafft wie heute für ältere Anlagen. Wirtschaftlich sinnvoll ist dann meist, den Eigenverbrauch zu erhöhen statt einzuspeisen.
Auf dem Schrägdach etwa 50 bis 60 Quadratmeter, denn ein Kilowattpeak benötigt inklusive Randabständen rund 5 bis 6 Quadratmeter. Auf dem Flachdach mit Südaufständerung sind es 8 bis 10 Quadratmeter je Kilowattpeak, bei Ost-West-Aufständerung weniger. Gauben, Kamine und Dachfenster verkleinern die nutzbare Fläche zusätzlich.

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