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So berechnen Sie die richtige PV-Anlagengröße: Jahresverbrauch mal 1,3 bis 1,6, geteilt durch 1.050. Mit Wärmepumpe oder E-Auto braucht es oft 9 bis 14 statt 6 Kilowattpeak. Vier Beispiele zeigen, wie es geht.
Als groben Ausgangspunkt nutzen wir folgende Faustregel: Jahresstromverbrauch in Kilowattstunden mal 1,3 bis 1,6, geteilt durch den Jahresertrag je Kilowattpeak. Im Landkreis Augsburg liegt dieser Ertrag bei rund 1.050 Kilowattstunden je Kilowattpeak. Für einen Standard-Haushalt ergibt sich daraus eine Anlage von rund 6 Kilowattpeak.
Sobald eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto dazukommt, verändert sich die Rechnung deutlich. Das liegt nicht nur daran, dass insgesamt mehr Strom gebraucht wird, sondern auch daran, dass beide Verbraucher ganzjährig und oft gerade im Winter zusätzliche Leistung ziehen. Die passende Anlagengröße hängt deshalb weniger vom Dach ab als vom tatsächlichen und geplanten Verbrauch.

Vier Beispiele für ein typisches Einfamilienhaus im Landkreis Augsburg:
Die Anlagengröße richtet sich in erster Linie nach dem Jahresverbrauch, nicht nach der verfügbaren Dachfläche. Der Jahresverbrauch wiederum setzt sich aus dem Haushaltsstrom und den geplanten Großverbrauchern zusammen.
Ein Vier-Personen-Haushalt im Einfamilienhaus verbraucht laut Stromspiegel im Schnitt rund 3.800 Kilowattstunden im Jahr, mit elektrischer Warmwasserbereitung rund 4.700. Für unsere Beispiele rechnen wir mit 4.500 Kilowattstunden. Eine Wärmepumpe braucht im gut gedämmten Neubau oft nur 2.000 bis 3.500 Kilowattstunden im Jahr, im teilsanierten Bestand eher 4.000 bis 6.000 und im unsanierten Altbau 6.000 Kilowattstunden und mehr. Ein Elektroauto mit rund 11.000 bis 15.000 Kilometern Jahresfahrleistung und einem realistischen Verbrauch von 18 bis 20 Kilowattstunden je 100 Kilometer inklusive Ladeverlusten schlägt mit rund 2.000 bis 3.000 Kilowattstunden zu Buche.

Vier durchgerechnete Beispiele für ein Einfamilienhaus im Landkreis Augsburg, jeweils mit 1.050 Kilowattstunden Ertrag je Kilowattpeak kalkuliert:

Häufig ja, aber nicht automatisch in Form von mehr Unabhängigkeit.
Wirtschaftlich spricht vieles für eine großzügigere Auslegung, wenn das Dach es hergibt: Jedes zusätzliche Kilowattpeak kostet nur rund 820 Euro, weil Gerüst, Anfahrt und Planung ohnehin anfallen. Wer schon heute eine Wärmepumpe oder in den nächsten Jahren ein E-Auto plant, baut deshalb meist günstiger gleich mit, statt später ein zweites Mal Handwerker und Gerüst zu bezahlen. Dahinter steht ein einfacher Grundsatz: die Anlage schon heute so auszulegen, dass sie für die absehbare Zukunft vorbereitet ist.

Was eine größere Anlage dagegen nicht automatisch bringt, ist mehr Unabhängigkeit vom Netz. Auswertungen der HTW Berlin zeigen: Ohne Speicher deckt eine PV-Anlage meist nur 25 bis 40 Prozent des Strombedarfs, selbst wenn sie übers Jahr deutlich mehr erzeugt, als im Haus verbraucht wird. Der Grund: Erzeugung und Verbrauch fallen zeitlich auseinander. Bei 4.500 Kilowattstunden Verbrauch und einer 6-kWp-Anlage, die rund 140 Prozent davon erzeugt, sind es knapp 30 Prozent, mit rund 4,5 Kilowattstunden Speicher etwa 55 bis 60 Prozent. Der übrige Solarstrom wird eingespeist, etwa mittags im Sommer, wenn ohnehin schon viel Solarstrom im Netz ist. Wer echte Unabhängigkeit will, kommt an einem passend dimensionierten Speicher nicht vorbei.
Wer dagegen sicher weiß, dass weder Wärmepumpe noch E-Auto in den nächsten Jahren dazukommen, muss nicht auf Vorrat planen. Wirtschaftlich lohnt sich eine größere Belegung trotzdem meist, solange das Dach es hergibt: Die zusätzlichen Module erzeugen Strom für unter 4 Cent je Kilowattstunde und rechnen sich damit auch bei Einspeisung.

Vier Schritte führen zu einer belastbaren Grundlage für die eigene Anlagengröße.

Aus über 30 Jahren Anlagenbau wissen wir: Kunden unterschätzen selten den Haushaltsstrom, fast immer aber die Wärmepumpe. Wer die Herstellerangabe zur Jahresarbeitszahl ungeprüft übernimmt, statt sie auf das eigene, oft nicht voll sanierte Haus zu beziehen, landet am Ende bei einer zu klein dimensionierten Anlage.
Drei Denkfehler führen bei der Anlagengröße besonders häufig zu Fehlplanungen.
Der erste: „Größer ist immer besser.“ Wirtschaftlich stimmt das oft, für die Unabhängigkeit vom Netz aber nicht automatisch. Ohne Speicher bleibt die Autarkie gedeckelt: Selbst eine Anlage mit deutlich mehr Jahresertrag als Verbrauch deckt ohne Speicher meist nur 25 bis 40 Prozent des Bedarfs, weil Erzeugung und Verbrauch zeitlich selten zusammenfallen.
Der zweite: „Wärmepumpe und E-Auto addiere ich einfach zum Haushaltsstrom, dann passt die Anlage.“ Die reine Addition unterschätzt, wie stark beide Verbraucher in den Wintermonaten und oft abends gleichzeitig Strom ziehen, genau dann, wenn die Anlage am wenigsten liefert. Der höhere Faktor bei der Dimensionierung sorgt deshalb für mehr Solarstrom in den Übergangsmonaten. Den Winter überbrückt aber auch eine größere Anlage nicht.
Der dritte Denkfehler betrifft die Zukunft: Wer heute knapp am aktuellen Verbrauch baut und in drei Jahren doch eine Wärmepumpe nachrüstet, zahlt für die Nachrüstung meist deutlich mehr als für eine von Anfang an großzügigere Auslegung, weil Gerüst und Anfahrt ein zweites Mal anfallen. Ein Hybrid-Wechselrichter mit Reserve für spätere Erweiterungen kostet dagegen nur wenig mehr und hält diese Option offen.

Für ein Süddach mit rund 30 Grad Neigung im Landkreis Augsburg rechnen wir vorsichtig mit 1.050 Kilowattstunden je Kilowattpeak. Der Durchschnitt aller Dachanlagen in Deutschland liegt laut Fraunhofer ISE bei rund 920 Kilowattstunden. Bei Ost-West-Ausrichtung fällt der Ertrag je Kilowattpeak rund 15 bis 20 Prozent niedriger aus, bei flacherer Südneigung nur geringfügig. Die empfohlene Anlagengröße steigt entsprechend.

Eine gut abgestimmte Auslegung hilft auch dem örtlichen Netz: Wer Wärmepumpe, E-Auto und Speicher mit der eigenen Erzeugung kombiniert, nutzt mehr Solarstrom direkt im Haus und speist zur Mittagszeit weniger Spitzenleistung ein. Je mehr Haushalte in einer Gemeinde so planen, desto besser passen Erzeugung und Verbrauch vor Ort zusammen.
Die Energietechnik Stuhlenmiller GmbH & Co. KG mit Sitz in Altenmünster im Landkreis Augsburg baut seit über 30 Jahren Photovoltaikanlagen und legt jede Anlage individuell nach Verbrauch, Dach und geplanten Zukunftsverbrauchern aus, statt pauschal auf eine Standardgröße zu setzen. Mehr als 6.150 realisierte Projekte in der Region Augsburg und Schwaben zeigen, wie unterschiedlich die passende Anlagengröße je nach Haushalt tatsächlich ausfällt.
Bei einem üblichen Jahresverbrauch von 4.500 Kilowattstunden reichen rechnerisch rund 6 Kilowattpeak. Viele Betreiber wählen dennoch eine größere Anlage, um für eine spätere Wärmepumpe oder ein E-Auto vorbereitet zu sein.
Zwingend nicht, aber wirtschaftlich meist sinnvoll. Ein zusätzliches Kilowattpeak kostet beim Neubau der Anlage nur rund 820 Euro, eine spätere Erweiterung mit neuem Gerüst und neuer Anfahrt deutlich mehr.
Ja, sie reicht und rechnet sich: In unserem Rechenbeispiel amortisiert sich eine 10-Kilowattpeak-Anlage mit Speicher bei rund 9.000 Kilowattstunden Verbrauch nach knapp 11 Jahren. Gibt das Dach mehr her, empfehlen wir 13 bis 14 Kilowattpeak, damit vor allem in den Übergangsmonaten mehr Solarstrom für Wärmepumpe und E-Auto bleibt.
Auf dem Schrägdach rund 70 bis 84 Quadratmeter, da ein Kilowattpeak inklusive Randabständen etwa 5 bis 6 Quadratmeter benötigt. Auf dem Flachdach mit Südaufständerung liegt der Bedarf mit 8 bis 10 Quadratmetern je Kilowattpeak deutlich höher.
Nein. Ohne Speicher bleibt die Autarkie meist bei 25 bis 40 Prozent, selbst wenn der Jahresertrag deutlich über dem Verbrauch liegt, weil Erzeugung und Verbrauch zeitlich auseinanderfallen. Echte Unabhängigkeit braucht zusätzlich einen passend dimensionierten Speicher.
Dann wird das Dach voll belegt und die Anlage bleibt kleiner als rechnerisch empfohlen. Für die Wirtschaftlichkeit ist das kein Nachteil: Je kleiner die Anlage im Verhältnis zum Verbrauch, desto mehr Solarstrom wird direkt im Haus genutzt. Ein Speicher fällt dann eher kleiner aus, weil weniger Überschuss anfällt.

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